Wir hatten Schlüssel um den Hals. Und Freiheit im Kopf.

Nach der Schule nach Hause kommen.
Schlüssel aus der Tasche, Tür auf, rein.
Kein Zettel. Keine Nachricht. Keine Nachfrage.

Es war normal.

Nicht, weil sich niemand gekümmert hat.
Sondern, weil Vertrauen selbstverständlich war.

Wir waren Schlüssel­kinder.
Ein Begriff, der heute oft mit Sorge betrachtet wird.
Für uns war es Alltag.

Wir haben gelernt, allein zu sein, ohne uns einsam zu fühlen.
Wir haben uns beschäftigt, ohne unterhalten zu werden.
Und wir haben Entscheidungen getroffen, ohne vorher jemanden zu fragen.

Nicht jede davon war richtig.
Aber jede davon war unsere.

Langeweile war kein Problem.
Sie war Raum. Für Ideen, für Blödsinn, für Kreativität.

Solche Erfahrungen finden sich in vielen Erinnerungen aus Generation X wieder.

Vielleicht war genau das die eigentliche Freiheit unserer Kindheit:
Nicht ständig beobachtet zu werden.

Unsere Erinnerungen brauchen keine Filter.
Sie sind klar genug.

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